Seit 2009 hat der Tierschutzverein Lünen 352 herrenlose Katzen bzw. Kater kastriert.
Tierschutzverein Lünen e.V.
   
 

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Katzenhaltung

Asia Vorfahren unserer Hauskatze:
Die europäische Wildkatze (Felis silvestris silvestris) und die ägyptische Falbkatze (Felis silvestris libyca)

Lebensweise der europäischen Wildkatze:
Der Waldbewohner wohnt in Höhlen von Bäumen oder verlassenen Tierbauten. Er ist ein Einzelgänger, außer während der Paarungszeit, und ernährt sich von Insekten, Vögeln, Nagetieren und kleinen Säugetieren.

Historie der Hauskatze:
Die Hauptstammform der Hauskatze ist die Falbkatze, eine afrikanische Wildkatzenrasse. Sie wurde von den alten Ägyptern wahrscheinlich schon 2500 v. Chr. domestiziert und dann von Kreuzrittern nach Europa gebracht, wo sie sich mit unseren einheimischen, kleineren Wildkatzen vermischte. Im Lauf der Jahrhunderte haben Hauskatzen ihre Größe kaum verändert, ausgewachsen wiegen sie um die 3,6 Kilogramm. Wie ihre frei lebenden Vorfahren jagen sie als Einzelgänger.

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  Ihre Entscheidung
Worauf ist beim Kauf einer Katze zu achten?
Wo kauft man eine Katze?
Stuben- oder Auslaufhaltung?
Was braucht die Katze?
Platzbedarf
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  Raumausstattung
Ernährung
Kastration
Urlaub
Katzen und Kinder
Infektionskrankheiten

1. Ihre Entscheidung
Wer sein Leben mit einer Katze - oder gleich mehreren - teilen will, muss nicht nur ihre spezifischen Bedürfnisse kennen, sondern auch auf diese eingehen. Dies ist die Voraussetzung für eine harmonische Partnerschaft zwischen Mensch und Tier.

Obschon Katzen - sie können über 20 Jahre alt werden! - recht eigenwillig sein können, entwickeln sie eine persönliche Beziehung zu ihrer Halterin oder ihrem Halter.

Wie alle Heimtiere verursachen auch sie Kosten: Neben dem Kaufpreis, der unterschiedlich hoch sein kann, entstehen Ausgaben für Impfungen, Kastration und allfällige Krankheiten, für die Ernährung und eventuelle Unterbringung in einer Tierpension während der ferienbedingten Abwesenheit. Alle diese Beträge belaufen sich auf rund 400 EUR pro Tier und Jahr. In den ersten Monaten kommen für Impfungen, Entwurmung und Kastration Kosten in der Höhe von mehreren hundert Euros hinzu. Katzenpensionen nehmen nur korrekt geimpfte Tiere auf. Katzen benötigen Platz! Die Wohnung muss "katzengerecht" eingerichtet sein.
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2. Worauf ist beim Kauf einer Katze zu achten?
Vor dem Kauf ist es wichtig herauszufinden, ob die Katze gesund ist, kein Niesen, keine tränenden Augen, keinen Durchfall hat, aktiv und verspielt ist und sich gegenüber Menschen vertrauensvoll verhält. Das Jungtier sollte nicht scheu sein und sich streicheln lassen. Es darf frühestens mit 10, besser erst mit 12 Wochen von der Mutter und den Geschwistern getrennt werden. Katzen, die zu früh von der Mutter getrennt werden, neigen vermehrt zu Verhaltensstörungen.
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3. Wo kauft man eine Katze?
In einem Tierheim.
Unzählige liebenswerte Katzen warten in gutgeführten Tierheimen der Tierschutzorganisationen auf ein neues Zuhause. Manchmal handelt es sich auch um erwachsene Tiere, die weniger verspielt sind. Dafür ist ihr Verhalten bekannt. Im Gespräch mit der Heimleitung, vor allem mit dem Pflegepersonal, erfährt man den Sozialisierungsgrad der Katze gegenüber Artgenossen und Menschen. Die meisten Tierheime geben korrekterweise nur kastrierte und geimpfte Tiere ab und verlangen einen Unkostenbeitrag. Bei gratis abgegebenen Katzen aus unkontrollierten Zuchten ist generell Vorsicht geboten.

In einer anerkannten und registrierten Zuchtstätte.
Machen Sie sich vorher ein eigenes Bild von den Charaktereigenschaften der einzelnen Rassen durch Besuche von Katzenausstellungen und bei Züchterinnen und Züchtern. Rassekatzen können überzüchtet sein. Die Folgen sind gesundheitliche Probleme und Verhaltensstörungen. Oft sind Langhaarkatzen durch ihr Fell behindert. Sie müssen täglich gebürstet werden, was viele nicht tolerieren. Nicht selten müssen Tiere mit verfilztem Haarkleid unter Narkose geschoren werden!
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4. Stuben- oder Auslaufhaltung?
Beide Haltungsformen haben Vor- und Nachteile. Katzen, die in dichtbesiedelten Gebieten Auslauf genießen, sind dem gefährlichen Verkehr ausgesetzt und haben demzufolge eine weniger lange Lebenserwartung! Die Befürworter dieser Haltungsform sind der Meinung, dass die Tiere zwar oftmals ein kürzeres, dafür abwechslungsreicheres Leben haben. Wenn in einem Wohngebiet zu viele Katzen gehalten werden, die sich gezwungenermaßen in der Gärten versäubern, kann es Probleme mit den Nachbarn geben. Deshalb ist darauf zu achten, dass Katzen mit Auslauf stets ein sauberes Kistchen an einem geeigneten Ort innerhalb der Wohnung zur Verfügung steht. Stubentiere, die besonders auf die Zuwendung der Halterin oder des Halters angewiesen sind, haben aber leider oftmals nicht die Möglichkeit, die von uns begangenen Haltungsfehler zu kompensieren. Die Erfahrung zeigt, dass mehr Stubenkatzen Verhaltensstörungen aufweisen als Katzen, die Auslauf haben.

Besonders wichtig ist, dass Stubenkatzen von klein auf im Haus oder in der Wohnung gehalten werden, damit sie später nichts vermissen. Die Wohnung muss dementsprechend eingerichtet werden, so dass die Katzen ihre arttypischen Grundbedürfnisse befriedigen können. Wenn Katzen einmal freien Auslauf genossen haben, können sie nicht mehr an ein Leben nur in der Wohnung gewöhnt werden.
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5. Was braucht die Katze?
Wichtig ist ein soziales Umfeld. Wenn eine Katze über längere Zeit bei ihren Wurfgeschwistern bleiben durfte und während der ersten zwei Lebensmonate viele positive Kontakte mit Artgenossen hatte, ist sie an diese gewöhnt und sollte später - in der Wohnung oder ihrem Umfeld - ebenfalls Kontakt zu anderen Katzen genießen können. Besonders bei Stubenkatzen muss der Mensch die Rolle des Sozialpartners übernehmen. Ein einzelnes in der Wohnung gehaltenes Tier würde ohne intensiven Kontakt vereinsamen. Deshalb sollen Berufstätige grundsätzlich keine Haustiere einzeln halten.
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6. Platzbedarf
Aus Erfahrungen in der Behandlung von Verhaltensstörungen bei Wohnungskatzen kann ein allgemeiner "Richtwert" zur maximalen Belegungsdichte angegeben werden: pro Katze mindestens ein Zimmer, das dem Tier ständig zur Verfügung steht. Das heißt: in einer 3-Zimmer-Wohnung empfiehlt es sich, maximal drei erwachsene Katzen zu halten. Selbstverständlich gibt es Ausnahmen, je nachdem wie gut die dritte Dimension (Raumhöhe) ausgenutzt wird.
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7. Raumausstattung
Auf jeden Fall sollte ein Kratzbaum zur Verfügung stehen und erhöhte Liegeplätze vorhanden sein. Ungesicherte Balkone und offene Kippfenster sind lebensgefährlich! Katzengras, besonders bei der Stubenhaltung von Langhaarkatzen, sollte jederzeit zugänglich sein. Ihre Katze schätzt es, wenn gelegentlich ungefährliche Spielobjekte (beispielsweise Kartonschachteln mit fremden Gerüchen) angeboten und bewegt werden. Katzen müssen die Räume dreidimensional nützen können. Wer keine Katze auf dem Sofa haben will, soll auch keine halten. Ein Zufluchtsort ist sehr wichtig, damit das Tier die Möglichkeit hat, sich vorübergehend von seinen Zimmergenossen (den zwei- und vierbeinigen) zurückzuziehen. Ein Futter- und ein Wassernapf sowie eine Katzentoilette (für ein Einzeltier zwei Kistchen!) sind unbedingt nötig. Futtergeschirr und Katzentoilette dürfen nie nebeneinander stehen und müssen jeden Tag gereinigt werden. Gewisse Katzen reagieren auf den Wechsel von Katzenstreu-Marken oder stark riechenden Reinigungsmitteln mit Unsauberkeit!
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8. Ernährung
Katzen sind Raubtiere, das heißt: Fleischfresser. Erwachsenen Tieren muss die Nahrung zweimal täglich gereicht werden. Junge Katzen sollen (je nach Alter) ihr Futter drei- bis viermal auf den Tag verteilt erhalten. Die Ration sollte nicht ausschließlich, jedoch zu einem großen Teil aus Fleisch bestehen. Die Nährstoffbedürfnisse von Katzen sind genauestens untersucht und bei der Herstellung von Fertignahrung zumeist berücksichtigt worden. Die Fütterung von Essensresten kann zu gesundheitlichen Problemen führen, vor allem wegen der ungünstigen Nährstoffbilanz. So ist zum Beispiel Kuhmilch kein Nahrungsmittel für Katzen, viele bekommen davon Durchfall. Frisches Wasser muss immer zur Verfügung stehen.
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9. Kastration
Vorsorge durch Kastration ist angewandter Tierschutz.
Vorsorge durch Kastration ist angewandter Tierschutz. Kätzinnen bekommen zweimal pro Jahr 3 bis 5 Junge, für die immer wieder "gute Plätze" gesucht werden müssen - was nicht leicht ist und auch nicht stets mit der nötigen Sorgfalt geschieht. Es gibt jetzt schon zu viele heimatlose und unerwünschte Katzen! In fast jedem Land werden jährlich über 100 000 (!) unerwünschte Katzen auf grausame Art getötet: erschlagen, erschossen oder ertränkt. Über die Kastration von Katzen zirkulieren leider viele Unwahrheiten.

Wahr ist:
  • 1. Kastrierte Tiere werden in der Regel nicht dicker.
  • 2. Kastrierte Katzen bleiben gute Mäusefänger. Natürlich bringen Muttertiere ihre Beute für die Jungtiere öfters nach Hause, was uns Menschen auffällt. Aber auch kastrierte Kätzinnen und Kater fangen Beute und fressen diese draußen im Feld oder in einem Versteck.
  • 3. Die Kätzin muss vor der Operation nicht Junge zur Welt gebracht haben. Katzen werden in der Regel zwischen dem 5. und 9. Monat geschlechtsreif. Sie sollten deshalb als etwa halbjährige Tiere kastriert werden.
  • 4. Die Kastration wirkt sich nicht negativ auf die Psyche aus. Das Tier "vermisst" nach einer Kastration nichts, da der Organismus die Hormone, die den Sexualtrieb steuern, nicht mehr produziert. Im Gegenteil: Die Kastration wirkt sich auf das Verhalten der Tiere "positiv" aus, sie sind weniger aggressiv und freundlicher zu ihnen bekannten Artgenossen und anhänglicher gegenüber ihren Halterinnen und Haltern. Kastrierte Katzen streunen weniger weit umher und sind demzufolge nicht so vielen Gefahren ausgesetzt. Sie leben im Durchschnitt länger als unkastrierte Tiere. Zudem ist die Kastration eines der erfolgreichsten Mittel gegen das für uns lästige und unangenehme Markieren und Spritzen mit Harn.
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  • 10. Urlaub
    Auch während Ihres Urlaubs muss die Katze gepflegt werden. Wenn zuverlässige Katzenfreunde in der Nähe wohnen, sind sie vielleicht bereit, Ihr Tier zu betreuen. Das hat den Vorteil, dass die Katze ihre gewohnte Umgebung nicht verlassen muss. Doch sollten sich Pflegerin oder Pfleger und Katze einige Tage vorher gegenseitig kennenlernen, um mögliche Probleme von Anbeginn auszuschließen. Außerdem gibt es die Möglichkeit, die Katze als Pflegetier in eine Tierpension zu bringen. Hier lohnt es sich, den Ferienplatz lange im voraus zu reservieren und die Pension zu besichtigen, um sicherzugehen, dass Ihre Katze gemäß den eigenen Bedürfnissen als Einzeltier, zusammen mit einem anderen Artgenossen oder in der Gruppe gehalten wird.

    Auf keinen Fall darf die Katze während Ihrer Abwesenheit einfach auf die Straße gesetzt werden. Das Aussetzen oder Zurücklassen von Katzen ist Tierquälerei!
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    11. Katzen und Kinder
    Katzen können für Kinder liebenswürdige Partner sein. Kindern muss man jedoch zeigen, wie sie mit den Tieren umgehen müssen, vor allem, dass man der Katze das Annähern überlässt und nicht direkt oder zu schnell auf sie zugeht und sie festhält. Kleinkinder und Katzen dürfen nicht allein gelassen werden. Den Tieren muss ein Fluchtweg zur Verfügung stehen, damit sie sich vor den Kindern jederzeit zurückziehen können.
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    12. Infektionskrankheiten
    Viele Kätzchen sind schon nach der Geburt von inneren und äusseren Parasiten wie Flöhen, Ohrmilben und Spulwürmern befallen. Suchen Sie deshalb frühzeitig eine Tierärztin oder einen Tierarzt auf. Sie erhalten dort auch Auskunft über die erforderlichen Impfungen, die Ihre Katze vor zum Teil tödlich verlaufenden Infektionskrankheiten schützen. Es ist ratsam, die Katze einmal im Jahr gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen, wenn möglich auch gegen Leukose und die ansteckende Bauchfellentzündung zu impfen und sie mehrere Male in diesem Zeitraum zu entwurmen. In tollwutverdächtigen Zonen ist zudem alle zwei Jahre eine Tollwutimpfung empfehlenswert. Merke: Die Tierarztkosten sind vielfach bedeutend höher als der Anschaffungspreis.

    Katzenleukose
    Katzenleukose ist eine Virusinfektion, die durch das Katzenleukämievirus, abgekürzt FeLV, hervorgerufen wird. Untersuchungen haben gezeigt, dass beinahe jeder 6. Todesfall bei Katzen durch Leukose verursacht wird.

    Die Krankheit kommt weltweit vor und betrifft Katzen jeden alters. Von der Ansteckung bis zur Erkrankung können Jahre vergehen. In dieser Zeit wird aber der Erreger millionenfach mit dem Speichel ausgeschieden. Nicht nur kranke, sondern auch gesund erscheinende Katzen können das Virus übertragen.

    Die Katzenleukose kann mit den vielfältigsten Krankheitserscheinungen einhergehen. Beginnend mit Lustlosigkeit, Fieber, plötzlicher Abmagerung, blassen Schleimhäuten (Anämie), Entzündungen am Zahnfleisch bis hin zu bösartigen Wucherungen in der Brusthöhle und im Bauch (Leber, Niere, Darm).

    Die größte Gefahr bei der Katzenleukose besteht jedoch in einer Schwächung der Abwehrkraft durch das Virus. Betroffene Katzen sind den verschiedensten Infektionserregern praktisch schutzlos ausgeliefert. Die Leukose ist somit auch Grundlage für viele andere, oft tödlich verlaufende Infektionskrankheiten.

    Solche Folgekrankheiten maskieren oft die eigentliche Ursache, wodurch die Diagnosestellung manchmal sehr erschwert wird. Als Faustregel kann aber gelten:

    Plötzlich auftretende Mattigkeit, unerklärliche Gewichtsabnahme, Durchfall oder Verstopfung, Schweratmigkeit, bei Zuchtkatzen Fruchtbarkeitsstörungen, Zahnfleischentzündungen und vieles mehr können Hinweise auf Leukose sein.

    Ebenso gilt auch: Jede Gesundheitsstörung bei der Katze, die sich schon über längere Zeit hinzieht, d. h. chronisch ist, bei der eine Behandlung keine oder nur eine vorübergehende Besserung bewirkt, ist leukoseverdächtig. Bei kranken Katzen kann der Tierarzt bereits durch seine Untersuchung einen Leukoseverdacht aussprechen. Der sog. Leukosetest kann diesen Verdacht erhärten.

    Katzenleukose ist unheilbar. Die sicherste Methode, die Krankheit zu verhindern, ist die Schutzimpfung. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass der Impfstoff auch in der Lage ist, nicht nur vor Schwächung des Immunsystems, sondern auch vor Tumorentwicklungen zu schützen.

    Katzenschnupfen
    Unter Schnupfen im herkömmlichen Sinn versteht man einen Katarrh der oberen Luftwege mit tränenden Augen und verstopfter Nase. Beim Menschen ist diese jahreszeitlich typische Erkrankungsart zwar lästig, aber nicht gefährlich. Ganz anders hingegen die Situation bei Katzen. Katzenschnupfen ist eine lebensgefährliche Erkrankung, die nicht verharmlost werden darf.

    Die Katzenschnupfenerkrankung tritt unabhängig von der Jahreszeit auf. Infizierte, äußerlich aber nicht unbedingt sichtbar kranke Katzen, verbreiten die Schnupfenerreger und stecken empfängliche, nichtgeimpfte Katzen an.

    Besonders gefährdet sind Jungkatzen, Katzen mit Auslauf, solche, die in eine Tierpension oder eine Klinik gebracht werden müssen, und Katzen, die an einer anderen Grundkrankheit, wie der Katzenleukose, leiden.

    Die Krankheit beginnt mit tränenden Augen, klarem, wässrigen Nasenausfluss, Niesen, Fieber und Appetitmangel. Diese eigentlich harmlosen Anfangssymptome können sich jedoch schnell zum wirklichen "Katzenschnupfen" verschlimmern. In diesem Fall wird der Augen- und Nasenausfluss eitrig, und es treten schmerzhafte, blutige Geschwüre in der Nase, auf der Zunge, am Zahnfleisch und im Rachen auf. Solcherart betroffene Katzen verweigern jede Nahrungsaufnahme, weil der für Katzen wichtige Geruchssinn stark eingeschränkt und das Zerkleinern und Abschlucken der Nahrung sehr schmerzhaft ist. Daraus entsteht ein Teufelskreis, der zu einer rasch fortschreitenden Schwächung der Katze und schließlich zum Tod führen kann.

    FIV
    Relativ neu ist die Erkenntnis, dass außer dem FeLV auch noch ein zweites, FIV genanntes Virus zu schweren Beeinträchtigungen des Immunsystems führen kann. Die Übertragung des FIV findet hauptsächlich durchbisse statt. Aus diesem Grund tritt diese Krankheit gehäuft bei freilaufenden Katern (Revierkämpfe) auf.

    Die Symptome einer FIV-Infektion ähneln denen der Katzenleukose, so dass nur allein anhand des klinischen Bildes keine Differenzierung getroffen werden kann. Mittels eines speziellen Testverfahrens ist es Ihrem Tierarzt jedoch möglich. Zwischen beiden Krankheiten zu unterscheiden.

    Eine Schutzimpfung gegen FIV-Infektionen ist derzeit nicht möglich.

    Katzenseuche
    Oder Panleukopenie ist eine hochgradig ansteckende Viruserkrankung. Der Erreger, der von infizierten Katzen hauptsächlich mit dem Kot ausgeschieden wird, ist extrem widerstandsfähig und behält seine krankmachenden Eigenschaften unter Umständen jahrelang bei. Selbst eine ausschließlich in der Wohnung gehaltene Katze ist gefährdet. Das Virus wird nämlich nicht nur direkt von kranken auf gesunde Katzen übertragen, sondern kann auch indirekt an Schuhen, oder der Beleidung haftend "mit nach Hause gebracht werden" und zur Ansteckung der Katze führen. Die Krankheit nimmt besonders bei Jungtieren oft einen rapiden, tödlichen Verlauf. Erste Hinweise sind plötzlicher Appetitmangel und Bewegungsunlust. Mit dem Auftreten von Fieber verschlimmert sich der Zustand sehr schnell. Es kommt zu Erbrechen und schließlich zu Durchfall mit wässrig-blutigem Kot. Die Katze verliert dadurch sehr schnell große Mengen Flüssigkeit, sie leidet unter starkem Durst, ist aber in diesem Zustand bereits zu geschwächt, um noch selbst zu trinken. Beim ersten Anzeichen von Katzenseuche ist sofortige tierärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

    Wenn sich trächtige, ungeimpfte Katzen infizieren, sind auch die Kätzchen im Mutterleib gefährdet.

    FIP
    Die Bezeichnung FIP steht für Feline Infektiöse Peritonitis, was soviel wie ansteckende Bauchfellentzündung der Katze bedeutet. Die Ursache ist eine Virusinfektion. Die Krankheit äußert sich im ersten Stadium oft in Form von Fieber, Appetitmangel und leichten Atembeschwerden. Nach Abklingen dieser Symptome kann es unterschiedliche Zeit später zum zweiten Stadium der Erkrankung kommen. Hierbei unterscheidet man dann eine sog. feuchte Form der FIP, die in typischen Fällen mit einer "Bauchwassersucht" einhergeht. So erkrankte Katzen sind am ganzen Körper abgemagert, haben aber einen dicken, flüssigkeitsgefüllten Bauch. Auch in der Brusthöhle können solche Flüssigkeitsansammlungen vorkommen. Bei der sogenannten trockenen FIP kommt es zu einer Entzündung der inneren Organe (Leber, Niere, Milz usw.) mit Fieber und teilweise Atembeschwerden. Weil hierbei die typischen Flüssigkeitsansammlungen fehlen, ist die Diagnose wesentlich schwieriger als bei der feuchten Form. Der sogenannte FIP-Test, für den der Tierarzt der Katze eine kleine Menge Blut abnimmt, kann bei kranken Katzen den FIP-Verdacht erhärten. Generell hat er jedoch nur eine geringe Aussagekraft. Man sollte einen solchen Test immer in Verbindung mit der Bestimmung weiterer Blutparameter und dem klinischen Bild betrachten.

    Die FIP nimmt so gut wie immer einen tödlichen Verlauf. Wirksame Behandlungsmethoden existieren bislang nicht. Die einzige Möglichkeit, der FIP zu begegnen, ist die Schutzimpfung mit einem spezifischen Impfstoff.

    Tollwut
    Wie andere Haustiere sind auch Katzen mit Freilauf tollwutgefährdet. Nachgewiesene Tollwutfälle sind bei Katzen etwa 2- bis 3-mal so häufig wie bei Hunden. Die Tollwut wird hauptsächlich durch Füchse, aber auch durch andere Wildtiere (Marder usw.) übertragen.

    Tollwut zählt nach wie vor zu den gefährlichsten Infektionskrankheiten für Mensch und Tier. Sie ist unheilbar. Wegen der starken Gefährdung des Menschen sind bei betroffenen Tieren Behandlungsversuche verboten.

    Das Tollwutvirus befällt bei infizierten Tieren das Gehirn und ruft Verhaltensänderungen, Aggressivität, Beißwut, Raserei und schließlich, unter Lähmungserscheinungen, den Tod hervor. Weil das Virus mit dem Speichel ausgeschieden wird, sind vor allem Bisswunden infizierter Tiere gefährlich. Bei jedem Kontakt mit einem tollwutkranken oder -verdächtigen Tier sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen. Für das weitere Vorgehen ist dann maßgeblich, ob die Katze eine gültige Impfung aufweist. Ein wirksamer, gesetzlich anerkannter Impfschutz besteht, wenn laut Impfpass die Impfung mindestens vier Wochen, höchstens jedoch ein Jahr zurückliegt. Bedenken Sie steht: Die Tollwutschutzimpfung schützt Mensch und Tier.
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    Wir möchten uns für die freundliche Unterstützung und die Bereitstellung von Informationsmaterial bei dem Tierschutzverein Horgen und Umgebung (Schweiz) bedanken.